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22/01/2021 00:00

Egomanie versus Ego

Egomanie, Ego... alles dasselbe, oder? Negativ, unsympathisch. Vielleicht gibt es aber einen Unterschied, über den es Wert ist nachzudenken.

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Wenn ich Ego höre, dann geht erst mal gefühlt innerlich die Klappe zu: Ego, Egoist, selbstverliebt, Zentrum des Universums… Alles dreht sich um die eine Person. Idiot. Bewerte ich. Negativ. Denn, wo bleibe ich? Wo bleiben die anderen?? Wie wäre es mit einer gerechten Verteilung? Nicht um jeden Preis, egal was es kostet.

Wenn mich dieses Verhalten kekst, was sagt das über mich aus? Reagiere ich, weil ich vielleicht selber finde, dass ich MIR mehr Raum geben sollte? Dass ich auch für MICH sorgen sollte, wie der andere Typ das für sich tut? Damit ICH nicht auf der Strecke bleibe?

Vielleicht. Und dann wird es interessant. Was hält mich davon ab? Warum tue ich es nicht? Weil ich dann auch zum Egoisten werde und dann werde ich nicht mehr gemocht? Gehöre nicht mehr dazu? Was denken die anderen dann von mir? Oder will ich, dass jemand anderes für mich sorgt, weil ich es nicht kann/darf/soll...

Die Gründe können vielfältig sein und die Kette kann lang weiter gehen. Für mich gibt es einen klaren Unterschied zwischen Ego und Egomanie. Jeder hat ein Ego, das ist mein Ich, mein Selbst. Das unterscheidet uns voneinander. Denn obwohl wir EINS sind, möchte das Ego besonders und einzigartig sein, sich abheben. Wenn mein Ego wüsste, dass es das schon ist, von Geburt an. Einzigartig. Es gibt keine 2. wie mich. Bei fast 8 Milliarden Menschen auf dieser Welt. Das ist schon ziemlich speziell würde ich sagen.

Hier kommt eventuell ein anderer Aspekt hinzu: abheben, unterscheiden, um „besser“ zu sein als andere. Und wenn ich DAS Ziel erreicht habe, den anderen ausgebootet habe, dann geht es mir gut und ich habe mir selbst bewiesen wie krass gut ich bin? Das ist dann aber ein anderes Thema.

Ich darf für mich sorgen. Das heißt nicht, dass dann automatisch alle anderen hinten runterfallen. Wie wäre es, wenn ich durch das Für-mich-Sorgen andere mitnehmen könnte, so viel Energie (Wort ersetzbar durch Liebe, Freude, Geld...) habe, dass andere auch davon profitieren? Mir würde nichts fehlen, da mehr als genug da ist. Kein entweder oder sondern sowohl als auch?

Die Einstellung, Absicht, Intention macht den Unterschied. Und wie bei allem: die Dosis macht das Gift. Extremes Aufopfern kann auch nur so lange gut gehen, bis Du burnout oder eine andere Erschöpfungserscheinung produzierst. Balance. Und ohne Druck. Geben, Nehmen, Ebbe, Flut.

Dann ist Egomanie unnötig und Ego bekommt eine andere Bedeutung.

Was denkst Du?